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Rede von Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde

bei der Kundgebung „Solidarität mit Israel – Befreit Gaza von der Hamas“
am 21. November 2012 in Wien

Die Menschen in Israel leben einen Alltag in ständiger Angst. Die über Jahre andauernden Angriffe auf Israel werden von der Öffentlichkeit ignoriert und sind den Medien keine Meldung wert. Seit mehr als zehn Jahren wird der Süden Israels aus Gaza beschossen, seit Jahresanfang waren es über 2000 Raketen, allein im Oktober 563. Diese Tatsachen werden einfach übergangen und es gibt weder politische noch sonstige Reaktionen darauf. Wenn Israel, auch unter Druck der ständig leidenden Bevölkerung reagiert, dann plötzlich wachen die Politiker und die Journalisten auf. Militärische Abwehrreaktionen von Israel werden kritisiert und finden immer ein großes Medienecho. Mangels kontinuierlicher Berichterstattung entsteht daher das Bild eines aggressiven Staates, der unmotiviert Waffen gegen Zivilisten einsetzt. Schuld ist immer nur Israel. Einseitige Vermittlung, weltweite Entrüstung und der Ruf nach „Verhältnismäßigkeit“ können keine Lösung sein. Die „sogenannten“ Vermittler unterlassen es absichtlich den Aggressor beim Namen zu nennen. Militärische Verteidigung, der Einsatz von Waffen zum Schutz der Bevölkerung kann nie „angemessen“ sein. Und kriegerische Auseinandersetzungen fordern menschliche Opfer und Leid auf allen Seiten.

Die neuerliche Eskalation wurde durch Raketenangriffe auf Israel von palästinensischen Extremisten ausgelöst! Nicht durch Israel! Bereits in den letzten Wochen haben die Raketenangriffe deutlich zugenommen. Israel konnte nicht mehr tatenlos zusehen wie ständig Raketen auf den Süden Israels niedergehen. Zivilisten und vor allem Kinder immer wieder in die Luftschutzbunker laufen müssen. Die andauernden Raketenangriffe sind eine enorme existentielle und psychische Belastung für die Betroffenen. Ein echter Waffenstillstand ist gefragt.

Gestern sprach man noch von einem Waffenstillstand, diese Hoffnung hat sich jedoch wieder zerschlagen. Die Kämpfe gehen weiter. Waffenstillstände mit der Hamas hat es schon oft gegeben. Sie haben sich meist als unhaltbar erwiesen. Die Hamas wurde in der Vergangenheit und wird weiterhin vom Iran aufgerüstet, einem Land, das mit seiner atomaren Aufrüstung eine weltweite Bedrohung darstellt. Ein Motto der Hamas ist: „We love death as much as Jews love life.“ In einem Video der Hamas von Februar 2006 heißt es: „…we know there is no better blood than the blood of Jews…“

Daher werden oft Zivilsten in Gaza als Schutzschilder eingesetzt und Raketen von belebten Standorten wie zum Beispiel aus Schulhöfen, neben Moscheen oder aus Parkanlagen abgeschossen. Israel hingegen zögert oft in solchen Fällen zurückzuschlagen. Israel versucht mit allen Mitteln die palästinensische Zivilbevölkerung so weit wie möglich zu verschonen.

Golda Meir sagte einmal: „Was können wir den Arabern am wenigsten verzeihen? Dass sie uns zwingen ihre Kinder zu töten.“ Das ist der Unterschied zwischen dem Verhalten Israels, den militärischen Abwehrreaktionen Israels und den Raketenangriffen auf die israelische Bevölkerung von Terroristen wie der Hamas. Die Hamas und andere palästinensische Terrorgruppen sind auch noch stolz auf den heute verübten Terroranschlag inmitten von Tel Aviv und bezeichnen diesen als „heroischen Akt“. Ich vermisse auch hier wieder den Aufschrei der Politiker und Journalisten.

Israel und Juden weltweit bedauern jeden Toten, besonders wenn es unbeabsichtigt Zivilisten und vor allem Kinder trifft. Die Hamas hingegen tötet mit Absicht durch Terroranschläge oder Raketen Zivilsten. Die Bevölkerung Gazas verdient unser Mitleid, aber Israel hat das Recht auf Verteidigung und die Pflicht seine Bürger zu schützen.

Vor einigen Tagen bei einer Pro-Hamaskundgebung in Wien wurde die Auslöschung Israels gefordert. Diese Forderung darf in einem Land wie Österreich und fast 70 Jahre nach der Shoah nicht ungestraft bleiben.

Wir erwarten uns ausgewogene Berichterstattung, und dass die Aggressoren beim Namen genannt werden. Wir erwarten uns, dass das Schüren von Hass und Aggression, wie auch bei der Hamaskundgebung vor einigen Tagen in Wien, aufhört. Wir hoffen auf dauerhaften Frieden in dieser Region und werden weiterhin mit Israel, seiner Bevölkerung, unseren Brüdern und Schwestern solidarisch sein.

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